Südafrika 2018
Geschrieben von: Elmar Mai   
Freitag, den 03. Mai 2019 um 16:29 Uhr

1. Tag, Freitag, der 17.8.18

Unser Treffpunkt der diesjährigen Südafrikareise ist das Abflugterminal 66 von Lufthansa in Frankfurt, am hintersten Ende des Flughafens gelegen. Die ersten trudeln gegen 17.30 Uhr ein. Klaas und Elmar haben sich schon am Bahnhof in Köln getroffen und sind von da an gemeinsam angereist. Alle anderen kommen mal mehr, mal weniger gestresst von zum Teil recht weiten Zielen aus den unterschiedlichsten Himmelsrichtungen. Rosi und Thomas hat man eine Station vorher aus dem Zug „geschmissen“. Begründung: „er muss zurück, um eine Verspätung aufzuholen“, schon recht dreist von der Bahn. Aber jeder hat es pünktlich geschafft. Die erste Hürde ist genommen. Nur bei Klaas gibt es Ärger, denn seine Platzreservierung für extra lange Beine ist nicht erfolgt. Die Lufthansa hat auch nicht mehr den Biss von einst mit Disziplin und Zuverlässigkeit. In der Abflughalle findet ein erstes Kennenlernen statt, dann checken wir ein und harren der Dinge, die da kommen sollen. Weil das Flugzeug nicht ausgebucht ist, organisieren die Stewardessen eine leere Dreierreihe, damit Klaas wenigstens schräg sitzen kann, auch keine wirklich ideale Lösung. Punkt 22.15 Uhr starten wir gen Süden. Der Flug ist überwiegend ruhig, nur kleine Turbulenzen hin und wieder, die aber nicht wirklich stören. Wir bekommen erst noch ein warmes Abendessen, dann geht das Licht aus. Jeder versucht, die lange Flugnacht von etwas mehr als 10 Stunden und 9600 Kilometern zu überstehen.

 

2. Tag, Samstag, der 18.8.18

Alles ist im Plan. Vor der Landung bekommen wir noch ein Frühstück und setzen dann pünktlich um 10.30 Uhr in Kapstadt auf. Zum Glück hat es noch geklappt, den Flug über Johannesburg gegen einen Direktflug zu tauschen. Das bringt mindestens 4 Stunden Zeitgewinn, den wir heute nutzen wollen. Die Kofferausgabe ist perfekt organisiert und wir sind schnell im Besitz unseres Gepäcks. Wir wollen auf jeden Fall Geld tauschen, keine so gute Idee, denn es dauert recht lange und zu allem Unglück stürzt dann auch noch der Computer ab. Wir verlieren viel Zeit und Vera steht schon recht verzweifelt am Ausgang und wartet sehnsüchtig auf uns. Sie wollte schon eine Vermisstenmeldung aufgeben. Aber alles geht jetzt zügig. Chris, Elmars Wunschfahrer, steht mit dem Bus parat und der Rest ist Routine. Die Freude ist groß, die Erwartungen auch.

Gewohnt routiniert steuert Chris gegen 11.00 Uhr den Bus auf die N1 gen Osten, der Plan ist, so schnell wie möglich nach Worcester in den Sukkulentengarten zu kommen. Für uns ist der Linksverkehr erst mal sehr gewöhnungsbedürftig. In einem Feuchtgebiet entdecken wir Vögel und legen nach knapp einer Stunde Fahrt einen ersten Kurzstopp ein. Alle verlassen gespannt den Bus, immerhin gibt es ein paar kleinere Singvögel und im Wasser Kormorane. Keine 10 Minuten später geht es weiter, aber schon kurz danach hält Chris unvermutet an. Er hat eine Großfamilie Paviane entdeckt, die sich aber recht schnell ins Gebüsch verkrümelt. Wir verlassen die N1 zugunsten der schöneren Bergstraße. Jeder brennt auf seine ersten Erkundungen der an den Hängen lehrbuchhaft ausgebildeten Fynbos-Vegetation, daher gibt es in kurzen Abständen immer wieder kleinere Fotopausen mit dem ersten Kennenlernen von Proteen und Eriken. Auch die schöne Berglandschaft der Hottentots-Holland-Mountains kommt nicht zu kurz, genauswenig wie ein Wasserfall, der dieses Jahr mal wieder Wasser führt. Auf manchen Gipfeln liegt noch Schnee. Aber wir wollen nicht zu viel Zeit verlieren, also halten wir die Pausen kurz und auch der eingelegte Zwischenstopp an einer Tankstelle für eine kleine Erfrischung und schnelle Besorgungen fällt eher mager aus. Immerhin sehen wir sogar hier ein paar interessante Vögel. Um 14.30 Uhr geht es weiter. Angesichts der üppigen Blumenpracht am Wegesrand legen wir noch einen extra Fotostopp ein. Chris ist reaktionsschnell wie immer und hält direkt vor dem Blumenteppich. Als ob jemand orange Farbe ausgekippt hat! So will man Südafrika sehen, auch wenn es bisher nur ein kleiner Streifen am Wegesrand ist.

Kurz vor 15.00 Uhr erreichen wir den Sukkulentengarten im besten Fotolicht. Alle schwärmen sofort aus, um die Objekte ihrer Begierde zu finden und zu fotografieren. Das Gelände ist recht ausgedehnt und schnell zerfällt die Gruppe. Um 17.45 Uhr treffen sich alle wieder am Bus, jeder ist mit vielen neuen Eindrücken voll auf seine Kosten gekommen. Einziger Wermutstropfen, dass Vera an einer kleinen Kante gestürzt ist und ihre Knie schmerzen. Auch hat sie blaue Flecken. Sehr schade.

Jetzt geht es direkt zum Protea-Hotel mitten im Ort, es sind nur wenige Minuten Fahrt. Das Einchecken geht zügig und alle verschwinden schnell auf ihren Zimmern. Für 18.45 Uhr verabreden wir uns zum Abendessen. Es gibt nach einer leckeren Suppe für alle einen üppigen Teller mit Rindfleisch und Hähnchen, sowie Kürbis und Gemüse - alles sehr schmackhaft zubereitet. Es findet noch eine kleine Kennlernrunde zwischen den Mahlzeiten statt und nach dem Nachtisch verschwinden alle gegen 20.15 Uhr abgekämpft in ihren Zimmern. Es war ein sehr anstrengender erster Tag im Land … und der Wecker ist schon wieder auf 6.30 Uhr gestellt…

 

3. Tag, Sonntag, der 19.8.18

Um 7.00 Uhr gibt es Frühstück und wir wollen ab 7.45 Uhr die Koffer im Trailer verladen. Bei recht frischen Temperaturen aber blauem Himmel fahren wir kurz danach los. Der geplante Einkauf wird auf später verschoben, die Läden machen nur zögerlich auf. Wir haben heute eine recht lange Strecke vor uns. Die Taktik ist, so schnell wie möglich den entferntesten Punkt der Reise zu erreichen und dann das Feld langsam von hinten aufrollen.

Nach gerademal einer halben Stunde stoppen wir abrupt, denn in großen Wassersspeicherbecken wachsen große Mengen „Wassersalat“, sehr dekorative Pflanzen, deren Blüten als Spezialität geerntet und gegessen werden. Die Fotopause ist zwingend, solche Bilder sind nicht alltäglich, die Pflanzen sind im Optimum. Die „Ornis“ entdecken natürlich auch gleich wieder Vögel, darunter knallrote Webervögel, es sollen heute nicht die einzigen Vögel bleiben. Schnell geht es wieder in den Bus. Der strahlend blaue Himmel hat sich binnen Minuten zugezogen. Uns kann es recht sein, wir müssen erst mal Kilometer machen. Landschaftsaufnahmen sind jetzt natürlich weniger lohnend.

Chris hat mit seinen Adleraugen ein paar Paradies-Kraniche entdeckt, den Nationalvogel von Südafrika. Er stoppt ohne zu fragen - gut erzogen nennt man das. Wir machen schöne Bilder und fahren schnell weiter, es ist noch nicht mal 9.00 Uhr. An einem kleinen See entdeckt Maria ein paar Wasservögel, bei genauerem Hinsehen sind es Gelbschnabel-Enten. Nach einer halben Stunde Weiterfahrt liefert eine große Gruppe von etwa 20 Paradies-Kranichen genug Argumente für einen Foto-Stopp. Bis jetzt kommen die Vogelfreunde voll auf ihre Kosten, denn die Blumen sind bei dem kalten und wolkigen Wetter ohnehin noch alle geschlossen. Bei interessanten Lichtverhältnissen gelingen ein paar schöne Fotos. Leider ist das Wetter immer noch zu diesig für schöne Landschaftsaufnahmen.

Etwa eine halbe Stunde später erreichen wir die westliche Seite des Swartlandgebirges und kommen bei Moorreesburg auf die N7, die direkt nach Norden in Richtung Namibia führt. Wir nutzen den ersten Rastplatz für einen Fotostopp. Es ist schon deutlich wärmer und wir finden eine Lücke im Zaun, durch die wir in einen verlassenen Steinbruch gelangen können. Die Sonne hat es schon fast geschafft, das Licht wird zusehends besser. Der Hang ist mit Fynbos bedeckt und wir entdecken neben ein paar Insekten auch schon ein paar interessante Blumen, die selbst bei wolkigem Wetter offen sind. Motive gibt es allenthalben. Highlight ist die Entdeckung von Vera: Sie hat tief versteckt unter einem Strauch einen Verwandten des Zistrosenwürgers entdeckt, flammrote kleine Blütenköpfe ohne jegliches Blattwerk. Dieser Parasit lebt offensichtlich von den Wurzeln diverser Erika-Gewächse. Wir lassen uns etwa eine dreiviertel Stunde Zeit und überqueren dann vorsichtig die Schnellstraße zum Bus, an den Linksverkehr muss man sich erst gewöhnen.

Eine halbe Stunde später lohnt es sich dann, für ein paar Landschaftsimpressionen auszusteigen. Die ursprüngliche Vegetation ist hier weiträumig der Landwirtschaft gewichen, intakte Lebensräume sind auf gerade mal 3 % zurück gedrängt worden. Aber Straßenränder sind fast immer lohnend und so erkunden wir rund 45 Minuten lang die Botanik und entdecken auch wieder ein paar Vögel. Das Highlight des Stopps entdeckt diesmal Klaus, eine herrliche, kleine Gladiole. So sind alle glücklich.

Bevor wir das heutige Tagesziel ansteuern, decken wir uns in Clanwilliam in einem Supermarkt mit den wichtigsten Lebensmitteln für die Mittagspause ein. Einige besuchen noch schnell die sanitären Einrichtungen (Mangelware im Westen Südafrikas!) und weiter geht es zügig zum Ramskop Veldblomtuin, einer Einrichtung der Naturschutzbehörde Südafrikas. Dort sind teils angepflanzt, teils in naturbelassenen Lebensräumen die typischen Pflanzen des Renosterveldes zu sehen. Viele sind beschildert, was ein Kennenlernen im Gelände später sehr erleichtert.

Wir nehmen uns von 13.45 bis 17.00 Uhr Zeit, um das reich strukturierte und weitläufige Gebiet zu durchstreifen, jeder so, wie er es gerne mag. Es grünt und blüht und alle brennen darauf, die Vielfalt zu erleben. Es bilden sich schnell kleine Gruppen, alle zusammen macht es wenig Sinn, dazu sind die Interessen zu verschieden. Das Wetter ist die ganze Zeit über gut, aber plötzlich wird es lausig kalt und alle finden sich ein Viertel Stündchen vorher am Bus ein, um ihre Jacken zu holen. Es ziehen Wolken auf. So brechen wir ein paar Minuten früher als geplant zum Hotel in Vanrhynsdorp auf.

Mit nur einem Ministopp fahren wir zum Hotel durch und treffen nach 45 Minuten Fahrt pünktlich um 18.00 Uhr dort ein. Es ist alles gut vorbereitet, die Schlüssel liegen schon sortiert an der Rezeption. Ganz schnell sind alle auf den Zimmern – nein, doch nicht alle, denn im Hinterhof gibt es einen Brunnen, der abends von Vögeln zum Trinken und Baden aufgesucht wird. Lohnende Fotomotive für die „Ornis“ unter uns.

Um 19.00 Uhr treffen wir uns zu einem deftigen Abendessen und halten danach noch bei angeregten Gesprächen bis 21.00 Uhr aus. Dann ist Bettruhe.

 

4. Tag, Montag, der 20.8.18

Heute schlafen wir etwas länger und treffen uns um 7.30 Uhr zum Frühstück. Es ist kalt, nachts hat es geregnet und die Prognosen für heute sind nicht wirklich gut. Der Himmel ist wolkenverhangen.

Das Frühstück ist reichhaltig und deftig, wie es sich für ein Landhotel gehört. Wir verstauen unser Gepäck im Trailer und brechen Punkt 8.30 Uhr auf. Da es leicht regnet und wir ohnehin die Eintrittskarten für die Knersvlakte in der nahen Gärtnerei kaufen müssen, fällt uns der Beschluss leicht, trotz anderer Ansagen die Gärtnerei zu besichtigen, dort sind wir zumindest trocken. Die Vogelfreunde gehen über die Straße, um dort in einem reich blühenden Korallenbaum auf Malachitvögel zu warten, die aber auch auf besseres Wetter warten. Der Rest verteilt sich auf die Gewächshäuser, besichtigt die dort herangezogenen einheimischen Sukkulenten oder schaut sich die kleine Ausstellung mit Pflanzen von der Knersvlakte an. Der eine oder andere kauft sogar eine Kleinigkeit.

Um 9.15 Uhr geht es dann los. Auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel erspäht Chris nach etwa einer halben Stunde Fahrt im nahen Feld ein paar Springböcke, Anlass für einen Kurzstopp. Wir bekommen brauchbare Bilder, fahren weiter und erreichen gegen 10.00 Uhr die Knersvlakte. Es nieselt immer noch leicht, daher der Plan, zügig bis zum weitesten Punkt im Gelände durchzulaufen in der Hoffnung, dass e sich bessert und dann das Feld von hinten aufrollen. Der Plan geht leider nur zum Teil auf. Es gibt zwar Regenpausen, die wir natürlich nutzen, aber wir werden trotzdem ordentlich nass. Das hindert aber keinen daran, eifrig das Gelände nach den Winzlingen abzusuchen, immerhin befinden wir uns in der artenreichsten Kleinsukkulenten-Halbwüste der Welt. Und trotz Regen (das ist in einer Halb-Wüste ja ein seltenes Ereignis!) ist Jeder begeistert von der Masse an Pflanzen, die man wirklich fast mit der Lupe suchen muss. Selbst Thomas, der die Knersvlakte aus der Literatur gut kennt, ist ob der Masse verblüfft und seine Hoffnungen und Erwartungen sind deutlich übertroffen. Trotz der suboptimalen Bedingungen machen wir eine Menge Bilder, aber kehren deutlich früher als geplant zum Bus zurück, denn der Regen wird stärker, wir sind nass und durchgefroren. Der Bus gleicht bei der Weiterfahrt eher einer Umkleidekabine. Alle nehmen es mit Humor, zumal Elmar ankündigt, zu versuchen, den Park auf der Rückfahrt bei Sonne nochmal kurz zu besuchen. Schließlich sind die Pflanzen jetzt optimal mit Wasser versorgt – Zweckoptimismus nennt man das.

Kurz nach 12.00 Uhr rollt der Bus bei strömendem Regen gen Norden Richtung Hardeveld. Dort hatten wir im Vorjahr viele Blüten gesehen und auch eine der seltenen sanitären Einrichtungen benutzen können. Aber dieses Jahr ist alles anders, keine Blumen, keine Toiletten, ja man öffnet uns nicht mal die Türe, die Chefin sei nicht da – „so ist Südafrika“ meint Vera etwas resigniert. Also geht es schnell weiter, die Blase drückt. In Bitterfontain dann ein erlösendes Schild am Ortsrand „Toiletten“ mit einem Pfeil. Auch das ist Südafrika, in Deutschland undenkbar. Wir treffen in einem kleinen Shop eine unglaublich nette Mannschaft –oder besser Frauschaft – an. Drei nette Damen, die einen liebevoll eingerichteten Laden betreiben, und die neben sauberen Toiletten auch Kaffee, Kuchen und allerlei Selbstgemachtes anbieten wie Tees, Marmeladen, Kekse und getrocknete Früchte. Der Laden ist noch recht neu. Wir wärmen und trocknen uns in gemütlicher Atmosphäre gut eine halbe Stunde und weiter geht’s im Regen nach Norden. Unser Bus gleicht immer noch eher einer Wäschekammer.

Die Stimmung ist leicht niedergeschlagen, aber um 15.00 Uhr entdecken wir dann doch noch einen trockenen Straßenabschnitt, hier hat es schon länger nicht mehr geregnet. Also raus aus dem Bus und rein in die Botanik. Funde lassen nicht lange auf sich warten, die Artenfülle ist erstaunlich groß: Asteraceen, Pelargonien und Zwiebelgewächse, wohin das Auge blickt. Uschi hat am Zaun eine kleinere Schildkröte entdeckt, die sich dort verheddert hat und sie aus einer misslichen Lage befreit. Zur „Strafe“ muss sie jetzt viele Kameraklicks über sich ergehen lassen. Wir halten es hier ohne Not eine ganze Stunde aus und der Stimmungspegel ist wieder im Plus. Nach ein paar Minuten Weiterfahrt noch mal ein kurzer Stopp für ein Landschaftsfoto, dann steuert Chris stracks das Hotel an. Zuvor kaufen wir noch in einem Supermarkt allerlei für unser Picknick für morgen ein. Danach folgt noch ein Besuch in einem von außen überhaupt nicht erkennbaren jedoch sehr gut sortierten Buchladen, in dem sich die Neugierigen unter uns mit Bestimmungsliteratur oder Postkarten eindecken können.

Gegen 18.00 Uhr dann treffen wir am Hotel ein. Es ist brandneu und hat den Charme von St. Quentin oder einem anderen amerikanischen Hochsicherheitsgefängnis. Einladend geht anders. Wir checken zügig ein und verabreden uns für 19.00 Uhr zum Abendessen. Chris wird überraschend ausquartiert, das Hotel hat wohl einige Zimmer doppelt vergeben. Ein gewisses Chaos ist nicht zu übersehen. Obwohl das Abendessen okay ist, ist das Hotel eine Verkettung von Fehlkonstruktionen – wohl nach dem Motto „Geiz ist geil“ gebaut. Die (Schiebe!!)Türe schließt nicht automatisch und es zieht ständig kalt ins Restaurant, weil nicht alle hinter sich zumachen. Es gibt keine Aufzüge fürs Gepäck und viele Bereiche sind nur über Treppen zu erreichen – barrierefrei ist hier offensichtlich unbekannt. Auch sind die Wege zu den Zimmern verwinkelt und irreführend. Naja, gegen 21.00 Uhr verlassen wir das ungemütliche Restaurant und verkrümeln uns in den Betten. Der Tag war schließlich lang genug.

 

5. Tag, Dienstag, der 21.8.18

Um 7.15 Uhr versammeln wir uns zum Frühstücksbuffet und anschließend um 8.15 Uhr am Bus. Einige erkunden noch das Brachgelände vor dem Hotel und um 8.45 Uhr brechen wir auf. Das Außenthermometer zeigt 7°C an – brrrrr. Die Fahrzeit zum Park ist recht kurz und um 9.25 Uhr sind wir schon am Besucherzentrum. Das Wetter ist zwar recht schön und die Stimmung ist gut, aber angesichts der Kälte bummeln wir noch, damit die Blüten Zeit haben, aufzugehen. Zuerst statten wir dem kleinen Köcherbaumwald einen Besuch ab, dazwischen wachsen schöne Aloen und andere interessante Pflanzen. Vieles hat aber der extrem trockene Winter in 2017 abgetötet – sehr schade! Danach fotografieren wir die Pflanzen, die in Hochbeeten hinter dem Haus zur Schau gestellt werden – typische Pflanzen des Goegap-Naturreservates. Das hilft beim Kennenlernen. Im Gelände fehlen leider die Namensschildchen. Vera hat zwischenzeitlich herausgefunden, dass der „Halbe Mensch“ (Pachypodium namaquanun) wieder angepflanzt wurde, auch er wird ausgiebig gewürdigt, obwohl er erst halbwüchsig ist.

Um 10.30 Uhr starten wir dann zur Rundfahrt. Zuerst gibt es noch ein paar Vogelstopps, aber dann kommen die ersten farbigen Flächen. Die violettblauen Mesembs sind aber noch nicht wirklich voll offen, es ist ja auch noch nicht Mittag. Immerhin lassen sie einen Hauch dessen erahnen, was möglich wäre.

Bei der Weiterfahrt finden wir neben verschiedenen Blumen auch unterschiedliche Heuschrecken, Schmetterlinge oder Eidechsen und kommen durch wechselvolle Landschafte. Chris spielt wieder den „Lumpensammler“ und zieht den Bus immer mit, wir fahren ein Stück und steigen immer dann aus, wenn es lohnend erscheint. Aus der Ferne kommentieren ein paar Paviane unsere Anwesenheit mit weithin hörbaren Rufen. Zwischendurch suchen wir eine schöne Sitzgelegenheit und legen eine Picknickpause ein. Es ist kurz vor 14.00 Uhr, warm und die Blüten sind jetzt prächtig geöffnet. So halten wir uns nicht lange auf und gehen weiter auf Fotosafari. Hier sollte jeder zu guten Fotos kommen. Mit etwas Mühe kommen dann doch recht viele Arten zusammen, was man auf den ersten Blick gar nicht vermutet hätte. Ein Highlight sollte wohl eine recht dicke Südliche Felsagame sein, die sich von der Nachmittagssonne einheizen lässt. Aber auch andere Eidechsenarten sind hier zu sehen. Später kommen wir noch einmal an einem größeren violetten Mesembfeld vorbei, jetzt in Vollblüte. Es geht doch!

Gegen 15.30 Uhr verlassen wir den Park, wir wollen noch nach Okiep. Zwischendurch gibt es einen kleinen Stopp für Springböcke und vor der Ortseinfahrt nach Springbok halten wir für ein paar Fotos von „Käfer-Gazanien“ und ein paar Ruderalpflanzen an. Dann geht es durch Okiep auf die Anhöhe. Die Wiese, die letztes Jahr noch ganz in Orange getaucht war, ist umgepflügt und braun, sehr schade. Daher drehen wir sofort um und suchen noch nach Mittagsblumen etwas unterhalb vom Pass. Die Vegetation ist zwar schon recht weit fortgeschritten, aber es blüht noch genug, viele typische Arten des Bokkeveld. Hier geht es schon langsam in die Nama-Karroo über, die sich östlich anschließt. Mit Glück kann man Pflanzen finden, die es nur hier gibt. Es blüht genug für schöne Fotos. Gegen 17.00 Uhr wird es dann plötzlich wieder frisch und die Pflanzen gehen relativ schnell „schlafen“, sprich die Blüten schließen sich. Daher fahren wir flugs Richtung Hotel. An den Tümpeln, an denen wir tags zuvor noch Ibisse gesehen haben, ist heute nichts los, daher fahren wir direkt durch zum Hotel, wo wir um 17.30 Uhr eintreffen. Um 19.00 Uhr verabreden wir uns zum Abendessen und verschwinden schon gegen 20.00 Uhr auf unseren Zimmern, im Restaurant ist es nicht wirklich gemütlich. Man teilt uns aber noch mit, dass ab morgen früh Springbok für einen Tag ohne Strom ist.

 

6. Tag, Mittwoch, der 22.8.18

Überraschung: Um Punkt 6.00 Uhr ist der Strom tatsächlich weg. Also aufstehen und duschen im Dunkeln. Zum Glück sind die Akkus voll und der Warmwasservorrat ist noch nicht aufgebraucht. Vorsichtshalber sind die Koffer schon weitgehend gepackt, wir sind also vorbereitet. Das Frühstück ist um 7.30 Uhr angesetzt, die ersten bekommen auch noch heißen Kaffee, spätere Gäste gehen leer aus. Naja, kalter Kaffee scheint so eine Art Devise in diesem Hotel zu sein. Aber alles geht noch recht glimpflich ab.

Die Koffer werden von den Zimmern abgeholt, dann geht es zum Bus und um 8.45 Uhr beginnen wir die Tour Richtung Süden. Nachts war es richtig kalt, -2,5°C., die Autoscheiben waren zugefroren. Wir verlassen Springbok ohne weiteren Aufenthalt. Nachdem das Außenthermometer von 4°C auf 9°C hochgeklettert ist, trauen wir uns zum ersten Mal aus dem Bus. Das Wetter ist brillant, strahlend blauer Himmel, glasklare Luft, daher dient der Stopp eigentlich eher Landschaftsaufnahmen. Aber die Pflanzenfans unter uns entdecken überall Interessantes, natürlich auch hier.

Gegen 10.00 Uhr erfolgt dann der erste echte Pflanzenstopp. Diesmal schon sehr viel ergiebiger, obwohl es auf den ersten Blick mehr nach Abraum von Steinen aus dem Straßenbau aussieht. Aber zwischen den Blöcken eine Reihe sukkulenter Arten, auch einig recht große Büsche von blühenden Pelargonien mit recht dicken Stängeln. Nach einer halben Stunde geht es weiter, doch schon 30 Minuten später kommt der nächste längere Aufenthalt. Ein felsiger Straßenrand hat unser Interesse geweckt. Wir halten es immerhin 40 Minuten dort aus und finden neben Altbekanntem auch die eine oder anderen Neuheit für uns. Es wird wärmer und die ersten Eidechsen beginnen allmählich umher zu huschen. Knapp eine viertel Stunde nach erfolgter Weiterfahrt der nächste Stopp. Einen in orange getauchten Straßengraben mit blühenden Gazanien auf der rechten Straßenseite kann man nicht einfach links liegen lassen. Klar, es ist schon gleich Mittag und die Blüten halten sich brav an ihre Vorgabe. Solche Farbkleckse waren bisher noch Mangelware und begeistern natürlich Jeden. Aber wir müssen den Stopp jetzt sehr kurz halten, denn wir wollen keinesfalls den optimalen Zeitpunkt im Namaqua-Nationalpark verpassen. Kaum im Bus, kommt ein erneuter Aufschrei, ein ganzer Hang ist leuchtet orange, also schon wieder ein Ministopp, genauso wie der folgende Halt für ein paar Erdmännchen, die Chris mit Adleraugen in den Felsen weitab der Straße erspäht hat. In Kamieskroon gibt es noch eine kurze Toilettenpause, dann aber geht es schnurstracks über die Staubpiste zum Parkeingang, den wir um 13.00 Uhr erreichen. Begeisterung macht sich breit, orange Hänge, soweit das Auge reicht. Wir lösen in Windeseile die Tickets und starten dann ohne Zeitverlust sofort zum ersten Rundgang. Vera und Chris kümmern sich derweil um die ganze Organisation. Sie fahren zum Zeltcamp, sorgen dafür, dass die Koffer in die Zelte gestellt werden, holen das Lunchpaket ab, kommen dann wieder zum Parkeingang und warten dort auf uns. Service vom Feinsten.

Um 13.30 Uhr kommen wir los und wandern durch ein nicht enden wollendes Blumenmeer von orangefarbenen Daisies, durchwirkt mit allerlei Farbklecksen in Weiß, Gelb oder Blau. Zwischendurch begegnet uns ein Klippschliefer oder flattert ein Vogel vorbei. Die Abwechslung ist groß. Mal begeistert uns die Landschaft, mal ein Zwiebelgewächs, mal eine winzige Mittagsblume, dann wieder ein üppiger Teppich in Gelb oder Orange. So langsam werden Träume wahr und wer bisher zu wenige Blumen gesehen hat, bekommt sie jetzt in einer satten Dosis nachgeliefert. Wir sind immerhin ein Stückchen südlicher und aus den brutal trockenen Gebieten allmählich raus, zumindest regional. Um 15.30 Uhr kommen wir dann zum Ausgangspunkt zurück und werden von Vera und Chris freundlich empfangen. Der Picknicktisch ist schon gedeckt und wir können uns sofort mit allerlei Leckereien stärken. Es reicht gut für uns alle. Mehr kann man nun wirklich nicht verlangen!

Es wird schon wieder recht frisch. Wir schnappen unsere Jacken und machen uns gleich wieder auf die Pirsch. Da die zweite Tour für eine komplette Umrundung zu lange wäre, wählen wir die Alternative, vom Ende her ein Stück ins Gelände vorzudringen. Ziel ist hier vor allem, ein paar Antilopen zu sehen, die abends auf die freien Flächen zum äsen kommen. Um 16.00 Uhr brechen wir auf und machen uns zu den Hängen mit den vielen Blumen auf, die von Gebüsch umsäumt sind. Aber wir sehen erst einmal nur in der Ferne einige Erdmännchen und ein paar Perlhühner. Anwohner, die zufällig mit dem Auto am Straßenrand anhalten, geben die Auskunft, dass dieses Jahr kaum Antilopen da sind und sie die letzte Zeit auch keine Oryx-Antilopen gesehen hätten. So geben wir uns mit ein paar Vögeln und einem Springbock zufrieden und treten den Rückweg an. Aber als hätte man das Drehbuch nicht besser schreiben können, tauchen dann doch noch zwei Oryx-Antilopen auf, die ungestört in mäßiger Entfernung Richtung Blumenwiese traben. Sie lassen sich gut fotografieren und sind ein schönes Abschiedsgeschenk für den ausgehenden Tag. Um 17.00 Uhr kehren wir zum Bus zurück und fahren zum Zeltcamp, welches dieses Jahr leider im Tal und nicht mehr auf der Höhe liegt. Aus Windschutz-Gründen, sagt man. Aber der Platz ist weit weniger schön als im Jahr davor. So sind auch die Wildbeobachtungen nicht möglich. Allerdings sind die Zelte größer, es gibt mehr Platz und auch die Dusche und die Toilette sind erreichbar, ohne das Zelt verlassen zu müssen. Immerhin hier eine kleine Verbesserung.

Wir beziehen unser Quartier und treffen uns um 19.00 Uhr zum Abendessen. Es gibt ein leckeres Buffet mit Lamm und Hühnchen sowie netten Beilagen. Wir sitzen noch recht lange am Tisch, einige gehen danach kurz ans Lagerfeuer, andere gleich ins Bett. Um 22.30 Uhr wird der Generator abgeschaltet. Es ist nicht ganz so finster, immerhin ist fast Vollmond und er überdeckt mit seinem Licht die Milchstraße. Es wird sehr frisch, ein Glück, dass die Betten vorgeheizt sind.

 

7. Tag, Donnerstag, der 23.8.18

Die Nacht war eisig. Spätere Wetterauswertungen werden zeigen, dass es fast überall auf dem Globus im August viel zu warm war, nur in unserem Reisegebiet war es kälter als in den Jahresmitteln der Vergangenheit. Auch das ist Klimawandel. Immerhin hatten wir in der Nacht schon wieder - 2,5°C, so, wie schon in Springbok. Der Generator hat Mühe, bei diesen Temperaturen anzuspringen und die Scheiben vom Bus sind auch wieder zugefroren. Die Pflanzen sind mit Reif überzuckert. Oft sind Reif oder Tau für sie die einzige Wasserversorgung über lange Zeit.

Ab 7.00 Uhr gibt es Strom. Es wird heißes Wasser in die Wassersäcke der Duschen eingefüllt, frieren muss also keiner. Um 7.30 Uhr gibt es Frühstück. Wir sind die allerersten Gäste des Camps in diesem Jahr, an uns wird sozusagen noch geübt. So geht einiges noch schleppend, niemand ergreift z.B. Initiative, die vorbereiteten Kaffemaschinen anzuschalten. Aber alles wird mit einem unschuldig-freundlichen Lächeln kompensiert. Die Angestellten sind Nachfahren der Ureinwohner dieser Gegend, klein von Wuchs und normalerweise auf Farmen beschäftigt. Jetzt werden sie hier angelernt. Eine sehr positive Erfahrung, auch wenn die jungen Menschen noch recht unsicher sind. Aber ein schönes Beispiel für ein harmonisches Miteinander. Und irgendwie klappt dann doch alles recht gut. Das muss es auch, denn ab heute Abend ist das Camp voll belegt.

Bis alles soweit ist und wir loskommen, ist es schon 9.00 Uhr. Heute haben wir eine Folterstrecke vor uns, den ganzen Tag Waschbrettpisten, die Rücken und Auto stark strapazieren. Zuerst studieren wir noch einmal die Pflanzen am Besucherzentrum, während Vera noch letzte Formalitäten erledigt, und begeben uns dann auf die anstrengende Fahrt. Das Motto heute ist „stop and show“, d.h. wir steigen aus, wenn es Interessantes zu sehen gibt, laufen ggf. vor dem Bus her und fahren dann bis zum nächsten Stopp weiter, in recht unregelmäßigen Intervallen.

Es herrscht dank der eiskalten Nacht eine glasklare Sicht, daher gilt der erste Halt dem tollen Panorama. Der Namaqua-Nationalpark ist eine recht schroffe Gebirgslandschaft mit ausgedehnten Tälern dazwischen, also ökologisch sehr abwechslungsreich. So entdecken wir bei jedem Halt natürlich auch diverse Pflanzen und Kleintiere. Wenn erst einmal der Blick geschärft ist, sieht man immer wieder mal einen Klippschliefer, Insekten, eine Schildkröte oder eine Eidechse. Dis kalte Nacht hat auch den Vorteil, dass anfangs die Eidechsen noch recht träge sind und sich beim Aufwärmprozess gut fotografieren lassen. Bis 11.00 Uhr ist das Licht für Landschaftsaufnahmen optimal. Doch es wird jetzt schnell wärmer und etwas trüber. Und es wird auch schnell klar, dass es in dieser Ecke nach wie vor viel zu trocken ist, schon seit Jahren. Dementsprechend mager fällt die Blüte aus. Eine Oryx-Antilope entschädigt für die wenigen Blumen, sie lässt sich in ihrem Verdauungs-Päuschen nicht stören und wir kommen recht nahe heran. Dann trollt sie sich, um im Gebüsch weiter zu futtern.

Es ist schon erschreckend, dass hier fast nichts blüht. So verlegen wir uns auf die Suche nach Tieren. Vögel sind Mangelware, aber das eine oder andere Reptil ist dann doch zu sehen und auch ein paar Schmetterlinge schwärmen um die wenigen Blumen. Für etwas Abwechslung in der Landschaft sorgt eine verlassene Farm. Der Park wurde vergleichsweise neu eingerichtet und alles angrenzende Farmland wird nach Möglichkeit aufgekauft, um den Park zu erweitern. Man sieht auch immer mal wieder dünne Rollen aus Stroh, die als Barrieren verwendet werden, um mögliche Wasserläufe zu bremsen, damit sich Wasser für Tiere sammeln kann. Ob die Tiere das Stroh fressen, ist unklar.

Gegen 14.00 Uhr verlassen wir den Park und kehren in Soebatsfontein in einer gerade im Ausbau befindlichen Lodge ein. Dort dürfen wir die Toiletten benutzen und die freundliche Besitzerin holt sogar aus den Zimmern Tische und Stühle, damit wir uns im Schatten niederlassen können, um unser Lunch zu verzehren. So vergeht die halbstündige Pause wie im Flug.

Wir nehmen jetzt Kurs auf den Wildeperdehoek Pas außerhalb des Parks, auch auf dem Weg dahin sind kaum Blumen zu sehen. Zwei aufgescheuchte Böckchen rennen in Panik vor dem Bus her, rechts und links sind Zäune. Stress für die armen Tiere.

In etwas weiterer Entfernung entdeckt Chris noch ein paar Oryx-Antilopen und auch zwei Kuhantilopen kreuzen den Weg, leider zu weit weg für gute Fotos, ansonsten gibt es wenig zu berichten. Nur ein paar wenige Blüten sowie eine Wüstenheuschrecke. Mehr nicht. So kommen wir um 16.00 Uhr am Pass an und entschließen uns, ein größeres Stück zu Fuß zurückzulegen.

Die Flora ist besonders reichhaltig und schon auf den ersten Schritten entdecken wir allerlei Neues. In der Nähe einer Gürtelechse, die in der jetzt optimal stehenden Sonne auf Beute lauert, kraxeln wir in die Felsblöcke und gehen auf Raritätenjagd. Hier findet sich eine besondere Dichte verschiedenster Sukkulenten, speziell Crassulaceen, aber es gibt auch reichlich Exemplare von Pelargonien zu bewundern.

Durch ein Missverständnis fährt Chris zu weit vor und der Fußmarsch zieht sich ganz schön lange hin. Aber der Vorteil ist, dass man so die sehr große Artenvielfalt erleben kann, auch wenn die Zeit für Fotopausen kaum ausreicht. Viele Winzlinge stecken in den Fugen, man muss ständig ganz genau hinschauen, es lohnt sich! Wir bleiben dort bis 17.30 Uhr, das Licht wird schwächer und die Temperaturen sacken schon wieder deutlich ab. Unterwegs gibt es noch zwei kurze Stopps, einen für Bilder eines Ökosystems, den anderen für die in ein schönes Licht getauchte Abendstimmung, bevor die Sonne ganz unter geht. Auf dem Weg zur N7 entdecken wir dann an den Feldrändern doch noch mehr Blühendes, aber es ist zu spät und zu dunkel für weitere Stopps. Die vielgestaltige Landschaft bietet kleinräumig doch sehr viele Unterschiede in der Vegetation.

Ohne weiteren Stopp geht es durch bis zum Camp, wo man uns schon sehnsüchtig erwartet. Es ist immerhin schon 19.30 Uhr, als wir eintreffen und in der Küche ist alles fertig. Also ohne viel Umschweife Treffen zum Abendessen um 20.00 Uhr. Alle sind danach rechtschaffen müde und verkriechen sich schnell in den Betten. Es ist längst nicht mehr so kalt wie die beiden letzten Abende, es zeichnet sich wohl ein Wetterumschwung ab.

 

8. Tag, Freitag, der 24.8.18

Wir schlafen ein bisschen länger und treffen uns heute erst um 8.00 Uhr zum Frühstück. Die Zelte und Autoscheiben sind trotzdem wieder mit Reif bedeckt. Die meisten Koffer stehen schon gepackt vor den Zelten und werden eingesammelt. Um 9.00 Uhr brechen wir dann auf, nicht, ohne vorher unsere Rechnungen beglichen zu haben, was mehr Zeit als geplant in Anspruch genommen hat.

Auf dem Weg aus dem Park entdeckt Vera zwei ….. die auf einem offenen Feld Futter suchen und sich zwischendurch die Zeit mit gemeinsamem Spielen vertreiben. Auf der Weiterfahrt gesellen sich noch ein paar Klippschliefer dazu. In Kamieskroon angekommen fragen wir noch nach Blumen in den Bergen, aber dieses Jahr ist alles viel früher. Die Pracht dort ist schon seit einigen Wochen vorbei, eigentlich wäre jetzt der Höhepunkt.

Die Stopps für Landschaften werden auch als Botanisierpausen genutzt und der Hunger nach Farbe ist noch lange nicht gestillt. Weil aber nicht viel Blühendes zu entdecken ist, fahren wir stramm gen Süden weiter. Es ist einfach noch zu kalt. Erst eine Bergflanke mit vielen violett gefärbten Büschen gibt Anlass für einen kleinen Halt. Es ist schon kurz vor 13.00 Uhr, also Zeit für Mittagsblumen. Und in der Tat entpuppen sich die recht üppigen Sträucher als Mesembs, vermutlich eine Ruschia-Art. Schnell geht‘s wieder in den Bus.

Nach einer halben Stunde biegen wir erneut zur Knersvlakte ab, diesmal bei sonnigem Himmel und recht warmen Temperaturen. Optimale Bedingungen also. Um 13.30 Uhr brechen wir zu einer auf zwei Stunden festgelegten Wanderung auf, in der Hoffnung, viel Blühendes zu finden, denn geregnet hat es hier zwischenzeitlich genug. Die Erfolge lassen nicht lange auf sich warten, wir haben die ideale Tageszeit erwischt. Wir rollen das Feld wieder von hinten auf und gehen mit nur kurzen Fotopausen ans Ende unserer Tour. Vor allem Asteraceen sind in Vollblüte, darunter viele Einjährige, während sich blühende Mesembs deutlich in Grenzen halten, vieles ist schon verblüht. Auch hier war die Blühsaison schon früher als normal, erkennbar an Mengen von reifenden Samenständen. Trotzdem gibt es Massen von winzigen blühenden Oophyten, die nur in dieser Menge wirken und den Quarzkies blass violett erscheinen lassen. Und ihre Pflanzenkörper sind prall vollgesogen. Ein paar Tiere lassen sich blicken, so die schon bekannten Heuschrecken, die eher Steinen als Insekten ähneln, aber auch ein giftiger Hundertfüßer und einige Sandeidechsen, die rastlos umher huschen und Ameisen jagen. Sauer macht wohl hier nicht lustig sondern eher unruhig. Ameisensäure ist ja nicht Jedermanns Sache, da braucht es schon einen robusten Magen. Und als Highlight taucht dann noch zu guter Letzt die vermutlich kleinste Mittagsblume der Welt auf, der Nachname liliputana lässt es immerhin vermuten. Die ganze Pflanze mit Blüte passt bequem in einen Fingerhut als Topf. Heute kosten wir die Zeit im Gegensatz zu unserem letzten Besuch bis zum letzten Augenblick aus.

Beim Verlassen des Parks erkunden wir noch eine Buschlandschaft, dabei entdeckt Klaas noch eine recht beachtliche Menge von sehr bizarren Grillenverwandten, als er einen vertrockneten Busch zur Seite treten will. Alle waren darunter am Boden versteckt. Mit blühenden Sträuchern dagegen sieht es eher mau aus.

Um 16.00 Uhr sind wir wieder auf der N7 in Richtung Vanrhynsdorp unterwegs und knapp eine halbe Stunde später finden wir uns in der Sukkulentengärtnerei wieder, denn einige wollen dort noch Pflanzen oder Samen kaufen. Elfi hält ganz stolz ihnen Baby-Popo in die Höhe. In den Gewächshäusern stehen einige Arten in voller Blüte, ein Augenschmaus für hungrige Farbenliebhaber.

Nach einem kurzen Supermarkbesuch, bei dem wir unsere Picknickvorräte für morgen einkaufen, geht es direkt zum Hotel. Dort lauern einige von uns den Vögeln an der Tränke auf, allerdings sind die Lichtverhältnisse schon recht schlecht – zu viel Schatten.

Um 19.00 Uhr treffen wir uns zum gewohnt leckeren und deftigen Abendessen und gehen gut gesättigt um 21.00 Uhr in die Kojen.

 

9. Tag, Samstag, der 25.8.18

Wir wollen den Tag voll nutzen und frühstücken deshalb schon um 7.00 Uhr. Der Himmel ist wolkenverhangen, es ist kühl und Regen vorhergesagt. Das brauchen wir heute aber nicht wirklich. Beim Aufbruch um 8.00 Uhr haben einige prophylaktisch einen Beutel trockener Klamotten zum Wechseln dabei. Schlechte Erfahrungen sollen uns diesmal erspart bleiben. Früher als 8.00 Uhr aufzubrechen macht wenig Sinn, die Sicht ist noch sehr schlecht. Das merken wir schmerzlich, als wir den VanRhyns Pass Richtung Nieuwoudtville erreichen und von einem Aussichtspunkt aus die unter uns liegende Knersvlakte in einen leichten Dunstschleier gehüllt vorfinden. Immerhin ist die ausgedehnte Ebene gut erkennbar. Weiter geht es hoch zum Bokkeveld-Plateau.

Gegen 8.45 Uhr passieren wir unseren ersten Zielpunkt, den Eingang zum Oorlogskloof Natur Reservat. Weil es noch trocken ist, disponieren wir um und beschließen, den eigentlich für den Schluss geplanten Besuch vorzuziehen. Dieses Naturschutzgebiet ist ein besonderer Ort. Auf flachen Sandsteinplateaus mit eingesenkten Feuchtbiotopen stehen Sukkulenten auf engstem Raum neben fleischfressenden Pflanzen. Dazwischen sind immer wieder trockene Hänge. Die Sandsteinbänke sind im Perm vor nahezu 300 Millionen Jahren von Gletschern plan geschliffen worden, als die Erde beinahe komplett vereist war. Die Spuren sieht man heute noch, wenn auch stark verwittert! Die Vielfalt von äußerst verschiedenen Ökosystemen ist beachtlich, entsprechend groß ist die Artendichte mit vielen nur hier oben vorkommenden Arten. Schon beim Betreten des Parks empfangen uns Besonderheiten, auch eine Orchidee ist dabei und zwingt die Fotografen in die Knie. Leider ist das Licht noch unzureichend, aber zumindest sind die Blüten offen. Auch Proteen und Babianas lassen sich gut fotografieren. Es gibt kaum Mittagsblumen und wenn doch, dann sind sie noch fest geschlossen.

Wir fahren ein Stück ins Gelände und begeben uns auf die Suche nach den kleinen botanischen Leckerbissen, denn der extreme Nährstoffmangel lässt hier keinen Hauch von Luxus aufkommen. Das gilt allerdings nur für die Wuchsgröße, denn viele Blüten sind äußerst hübsch anzusehen. Wir wissen gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen, überall Neues und Ungewöhnliches. Da wundert uns auch die signalgelbe Nacktschnecke nicht, die angesichts der taunassen Morgenfrische überall gemächlich herumkriecht. Sowas will selbst der hungrigste Vogel nicht fressen.

Wir erkunden über 1 ½ Stunden lang das Gebiet und kommen aus dem Staunen nicht heraus. Elfis Wusch nach Bulbinellen geht in Erfüllung, aber auch alle anderen kommen voll auf ihre Kosten. Eigentlich könnten wir es hier noch viel länger aushalten, aber wir haben noch anderes vor. Außerdem ist es recht unwirtlich, es ist windig und eisig, viele Blüten kneifen eisern zu. Also verlassen wir das Naturschutzgebiet kurz nach 11.00 Uhr, fotografieren noch ein paar Enten mit ihren Jungen in einem der vielen kleinen Seen und fahren dann die paar Minuten ins Zentrum von Nieuwoudtville. Zuerst suchen wir eine recht eigenwillige Pflanze am Wegesrand, eine verwandte der Herbstzeitlose, aber da es auf Mittag zugeht und wir etwas durchgefroren sind, legen wir in einem gemütlichen Restaurant eine Kaffepause ein, mit ein paar Kleinigkeiten zum Essen.

Frisch gestärkt und mit gut gefülltem Magen geht es um 12.30 Uhr weiter zum Hantam National Botanical Garden. Es ist immer noch trocken und wir nutzen auch diese Chance, denn andere Ziele können wir auch im Regen besuchen. Leider lässt sich die Sonne immer noch nicht blicken, aber es wird wenigstens etwas heller. Dieses mittlerweile in Staatsbesitz befindliche Gelände ist eine ehemalige Farm, dessen Besitzer seinerzeit die Weidetätigkeit zugunsten der Vielfalt der Pflanzen eingestellt und so einen immensen Schatz vor dessen Zerstörung bewahrt hat. Jetzt ist der Park einer der wichtigsten Bestandteile des „Weltzentrums der Zwiebelblumen“. Seine Vielfalt verdankt er einer geologischen Besonderheit, denn das Hantam-Plateau besteht zu großen Flächen aus Tilliten oder Doleriten. Tillite sind eiszeitliche, nährstoffreiche Ablagerungen, Dolerite dagegen magmatischen Ursprungs. Beide bilden die Grundlage für den Vegetationstyp Renosterveld, der sich fast ausschließlich zwischen Cidrusdal und Vanrhynsdorp und von hier weit in den Osten erstreckt. Die meisten Flächen sind heute jedoch Ackerland.

Als wir eintreffen, tummeln sich gerade eine ganze Menge Ibisse in der näheren Umgebung und am Besucherzentrum lärmen Webervögel in einer recht großen Kolonie. Es ist Brutzeit und die Männchen liefern ein grandioses Balz-Spektakel. Während die „Ornis“ auf Vogeljagd sind, erkunden die anderen schon die diversen Flächen rund um das Besucherzentrum. Auch hier ist die Vegetation schon weit fortgeschritten und viele Pflanzen sehen wir nur noch mit Samenansatz. Dafür kommen jetzt die späteren Arten zum Zug. Leider ist es recht windig und kalt und auch das Licht ist immer noch sehr milchig. Scharfe Bilder sind Glückssache. Naja, wir sehen immerhin eine immense Menge diverser Zwiebelblumen, die ganze Flächen in ein helles Orange tauchen. Bei Sonne sicherlich ein Augenschmaus. Wir verlassen den Garten gegen 14.15 Uhr und nehmen Kurs zum Wasserfall.

Das Gebiet dort ist botanisch völlig anders geprägt als der Hantam National Botanical Garden. Der Felsuntergrund aus Sandstein birgt viele hochsukkulente Arten wie große Euphorbien und Butterbäume. Hier ist wieder klassischer Fynbos ausgebildet. Der Wasserfall führt Wasser, anders als in den Vorjahren! Der Regen war schon ein großer Segen für die Region. Obwohl der Doornriver im Vergleich zu seinen besten Jahren immer noch recht wenig Wasser führt. Unser Rundweg zum großen und kleinen Wasserfall dauert eine dreiviertel Stunde, dann versammeln wir uns wieder am Bus, kaufen noch etwas Trockenobst am provisorischen Verkaufstand am Eingang und fahren dann eine halbe Stunde lang unserem letzten Ziel des heutigen Tages entgegen, das wir eigentlich zuerst besuchen wollten. Aber man muss das Wetter nutzen, solange es uns einigermaßen gewogen ist. Immerhin hat es bisher noch nicht geregnet – man wird bescheiden.

Schon von Weitem ist der größte Köcherbaumwald Südafrikas zu sehen. Ein ausgedehntes Bergmassiv steht über und über voll mit prächtigen Exemplaren dieser beeindruckenden Aloe. Es ist das südlichste Vorkommen des Köcherbaumes. Der Untergrund, der zum Vegetationstyp Karoo gehört, besteht aus Tonschiefer, einem uralten Sedimentgestein und unterscheidet sich deutlich von den Gesteinen der Umgebung. Die Köcherbäume haben sich von der extremen Trockenheit der Vorjahre deutlich erholt, auch wenn sie immer noch leicht mitgenommen ausschauen. Speziell die uralten Exemplare sind schon sehr Respekt einflößend. Angesichts des Klimawandels ist ein Monitoring-Projekt für Köcherbäume ins Leben gerufen worden, es gibt intensive Forschungen über deren Zustand. Wir kosten das Schauspiel eine halbe Stunde lang aus, kraxeln zwischen den Bäumen herum, dann brechen wir die Rückfahrt an. Es ist immer noch trocken, aber auch immer noch recht bewölkt, keine große Freude für die Fotografen. Auf der Rückfahrt legen wir noch ein paar Minipausen ein, für Landschaftsfotos, ein paar Vögel oder ein paar Pflanzen, aber nichts mehr, was unbedingt erwähnt werden müsste.

Um18.00 Uhr treffen wir wieder am Hotel ein, machen uns frisch und versammeln uns um 19.00 Uhr zum üblichen, leckeren Abendessen. Vera und Chris sind ausquartiert, das Hotel ist voll, aber zum Essen sind sie hier. So löst sich die Gruppe relativ schnell auf und wir verschwinden in unseren Zimmern. Heute war es zum Glück trocken geblieben, aber die Nacht über hört man Regen, teilweise schüttet es sogar recht stark. Das hätte tagsüber nicht passieren dürfen.

 

10. Tag, Sonntag, der 26.8.18

Angesichts der Wetteraussichten treffen wir uns erst um 7.30 Uhr zum Frühstück und packen dann gemütlich. Um 8.30 Uhr fährt der Bus mit dem beladenen Trailer vom Hof.

Wir sind noch keine 10 Minuten unterwegs, da legen wir den ersten Halt ein. Die Luft ist kalt und klar und momentan fast wolkenlos, beste Bedingungen also für ein paar Landschaftsotos. Natürlich lassen wir die Pflanzen nicht unbeachtet. Aber keine 5 Minuten später sitzen wir wieder im Bus. Die Gegend ist stark bebaut, überall gibt es Felder oder Weinberge, Obstplantagen und große Gewächshausanlagen mit Folienzelten. Klar, hier sind die fruchtbaren Böden des Renostervelds. Der Olifantfluss führt viel Wasser und die Vegetation ist satt grün. Für Botanisierstopps ist es allerdinge noch zu früh, viele Blüten sind noch geschlossen. Allerdings entdecken wir am Straßenrand große Euphorbien, für die wir natürlich stoppen. Aber aus dem kurzen Halt wird mal eben eine halbe Stunde, es ist viel Neues dabei, unter anderem eine sehr hübsche Gladiole. Das Wetter spielt verrückt. Mit großer Geschwindigkeit ziehen Wolkenfelder über den Himmel und die Lichtverhältnisse ändern sich schnell.

Nach einem weiteren kurzen Landschafts-Fotostopp erreichen wir um 10.30 Uhr Clanwilliam. Der Plan ist, den Trailer am Hotel abzukoppeln und direkt weiter in die Berge zu fahren. Aber dieses Jahr ist in der Kirche wieder eine Flower-Show und dem Wunsch für eine Besichtigung wird nachgegeben. Es ist ein üppig ausgestalteter Überblick von Blumen aus unterschiedlichen Ökosystemen der Region, das Gute daran, alles ist beschildert. Für diese Sonderaktion kalkulieren wir eine halbe Stunde ein und Vera und Chris nutzen die Zeit, den Trailer abzuhängen und die Koffer auf die Zimmer bringen zu lassen. Mehr Service kann man nun wirklich nicht erwarten. Derweil laufen in der Kirche die Kameraverschlüsse heiß. Es ist schon ein imposantes Spektakel. Aber wir müssen weiter.

Gegen 11.00 Uhr brechen wir auf zu neuen Taten. Unser Ziel sind die Felsmalereien in den Bergen. Der Weg führt durch atemberaubende Landschaften. So ist es kein Wunder, dass wir kurze Zeit später am ersten Pass mit tollen Felsformationen die erste Möglichkeit auf der engen Straße für einen Zwischenstopp für Landschaftfotos und eine Botanisierpause nutzen. Es gibt viel zu sehen. Die Wolken jagen nach wie vor über den Himmel und schüren die Angst vor den angekündigten heftigen Schauern. Derweil stellt Chris den Bus etwas sicherer auf einem Parkplatz in der Nähe ab. Wir erkunden zu Fuß das Gelände und suchen den Soldatenkopf, einen berühmten Felsen, der seinen Namen zu Recht trägt. Es ist zwar kalt und windig, aber wir müssen uns um 12.00 Uhr förmlich losreißen, der Berg ruft.

Um 12.30 Uhr erreichen wir Traveller’s Rest - unser Tagesziel - und brechen ohne Umschweife den etwa dreistündigen Rundgang des Sevilla Trails an. Dick eingepackt und mit Regenschutz versehen machen wir uns auf den Weg. Das Wetter ist fast aprilhaft. Zuerst bekommen wir sozusagen als Willkommens-Guss einen kurzen Regenschauer ab, direkt gefolgt von Sonnenschein. Dieser Wechsel soll unser ständiger Begleiter werden. Aber wir lassen uns davon nicht abhalten, die traumhafte Landschaft der Cedarberge zu genießen. Bei diesem Gebirgszug handelt es sich um ein klassisches Faltengebirge beim Auseinanderbrechen von Afrika und Südamerika entstanden und es besteht aus massivem Sandstein. Es gibt neun ausgewiesene Stationen mit Malereien, die wir der Reihe nach aufsuchen, dazwischen immer aufmerksam die Botanik im Blick.

Bei Station 7 suchen wir Schutz unter einem Felsvorsprung, es schüttet auf einmal so richtig los, aber wir kauern dicht zusammen und nehmen es mit Humor. Es geht auch relativ schnell wieder vorbei. Die restlichen Stationen können wir dann bei trockenem Wetter besichtigen. Bereichert mit vielen tollen Eindrücken von bizarren Landschaften, beeindruckenden Felszeichnungen und interessanten Pflanzen treffen wir um 15.30 Uhr bei wieder heftig einsetzendem Regen an Travelle‘s Rest ein. Vera ist mit Elfi und Uschi schon vorausgegangen, das Gelände wurde dann doch etwas zu anstrengend und hat einen Tisch reserviert. Das war gut so, denn jetzt suchen alle Schutz vor dem Regen.

Wir sitzen etwa eine Stunde gemütlich bei Kaffee und Kuchen oder was das Herz sonst so begehrt und lassen uns vom Feuer im Kamin wieder durchwärmen. Danach noch kurz eine Beobachtungspause bei den eifrig balzenden Webervögeln direkt am Restaurant, dann treten wir die Heimfahrt an. Das Licht wird zusehends schlechter, immer mal ein Schauer, so gibt es nur zwei Mini-Pausen.

Noch vor 18.00 Uhr sind wir am Hotel. Die Koffer stehen schon in den Zimmern, wir bekommen die Schlüssel ausgehändigt und schon können wir einchecken. Service vom Feinsten.

Um 19.30 Uhr versammeln wir uns im Restaurant zum Abendessen. Dort herrscht lauter Trubel. Eine etwas größere Reisegruppe aus der Nordprovinz hat ihren letzten Abend und feiert ausgelassen die Abschlussparty im Stil der 20er Jahre. Es sieht schon etwas albern aus, eine Mischung aus Nostalgie und Karneval. Überall fliegen bunte Federn herum. Jedem das Seine. Aber es kommt keine Gemütlichkeit auf und so löst sich unsere Runde schnell auf und verschwindet auf den Zimmern.

 

11. Tag, Montag, der 27.8.18

Die Nacht über hat es wieder heftig geschüttet. Nichts braucht das Land dringender als Regen! Wir sehen das allerdings subjektiv anders, aber gelassen. Die Prognosen für heute sind auch nicht wirklich gut.

Um 7.30 Uhr treffen alle wie vereinbart zum Frühstück ein und eine dreiviertel Stunde später stehen wir mit gepackten Koffern am Bus. Schon kurz nachdem wir Clanwilliam verlassen haben halten wir wieder an einem Rooibos-Feld an. Dieser sparrige, nahezu blattlose Strauch ist eine endemische Pflanze des Renosterveldes, stammt also unmittelbar aus dieser Region. Und das Hauptanbaugebiet ist nach wie vor auch hier. Verwendet werden die zerkleinerten Zweige und der Tee daraus gilt als äußert gesund.

Wir fahren heute direkt gen Westen und kommen in die Sandveld-Region, ein Streifen, der sich etwa 30 km parallel zur Küste hinzieht. Es ist ein ehemaliger Küstenbereich, als die Meeresspiegel noch höher waren, und besteht hauptsächlich aus Sandböden. Das Besondere daran ist im Gegensatz zu fast allen Gesteinen der Umgebung der hohe Kalkgehalt. Dementsprechend anders ist die Vegetation, die aber trotz aller Unterschiede genau wie das Renosterveld der Fynbosvegetation zugerechnet wird. Um 9.15 legen wir die erste Botanisierpause ein. Ein offenes Tor an einer Farm lädt zu einem kurzen Besuch ein. Kaum sind wir aus dem Bus, fährt der Besitzer vorbei, er ist anfangs recht skeptisch, aber nach ein paar Worten ist alles klar, wir dürfen offiziell rein. Wir finden eine typische Fynbos-Struktur vor, also maximal brusthohe Sträucher oder Gräser, mit viel Kleinwuchs dazwischen. Für Erheiterung sorgt eine Klapper-Lerche, die laut schnarrend aufsteigt und dann zwitschernd wieder zu Boden sinkt. Aber es ist kalt, stark bewölkt und die Pflanzen lassen die nassen Köpfe hängen Die Pause ist also nicht wirklich lohnend, trotz der äußerst interessanten Vegetation.

Nur ein paar Minuten später entdecken wir Springböcke relativ nahe an der Straße und halten erneut an. Es scheint sich jedoch um Farmtiere zu handeln, denn sie haben blaue Marken an den Ohren und sind offensichtlich eingezäunt. Trotzdem schießen wir ein paar Bilder. Ebenso halten wir, als wir einen größeren Trupp Ibisse in einem Feld nahe der Straße entdecken. Wir machen die Bilder mehr oder weniger vom Bus aus oder stehen dicht daneben, um die Vögel nicht zu verscheuchen. Sie sehen uns trotzdem und viele fliegen ein Stück weiter.

Nur 20 Minuten später erreichen wir gegen 10.30 Uhr unser wichtigstes Tagesziel, die Vogelinsel in der Lambert‘s Bay. Das Wetter ist erträglich, während der Anfahrt hat es noch geregnet. Jetzt ist es trocken und einigermaßen hell. Wir nehmen uns eine dreiviertel Stunde vor, um die Kolonie der Kaptölpel und die Ansammlung von Möwen, Scharben oder Kormoranen ausgiebig zu erkunden. Auf den Felsen ganz weit hinten liegen sogar recht viele Robben und im Gelände tummeln sich allerlei Kleinvögel. Das Meer ist ausgesprochen rau.

Der Wunsch wird laut, in dem recht bekannten Fischrestaurant einzukehren um Seafood zu essen. Da es heute kaum Besucher gibt, erhalten wir auch gleich einen gemütlichen Tisch. Ein äußerst professioneller Kellner sorgt dafür, dass wir uns wohl fühlen und alle sind vom Service begeistert. Das Preis-Leistungsverhältnis ist hier besonders gut, die Speisen sind ausgesprochen lecker. So sitzen wir fast zwei Stunden und wärmen uns wieder richtig durch. Als wir das Restaurant verlassen um noch einmal die Kolonie zu besuchen, sind die Tore geschlossen. Die Gischt spült über die Wege, es ist Flut und ein eisiger Wind weht von See her. Wir haben noch mal Glück gehabt, mit unserem Besuch. Die Vögel sind jetzt alle weit aufs Meer hinausgeflogen. Nach ein paar Fotos von der tosenden See geht es weiter Richtung Süden.

Nach nur 10 Minuten Fahrt entdeckt Chris einen guten Zugang zum Meer und wir biegen für einen Botanisierhalt ab. Die äußeren Bedingungen sind vergleichsweise gut, das Wetter ist nach wie vor aprilhaft. Wir schlendern durch die Dünen ans Meer und erforschen die hier typisch ausgebildete Strandvegetation. Es sind viele für uns neue Arten dabei, das Ergebnis kann sich sehen lassen. So vergeht die Zeit wie im Flug, wir halten es hier fast eine komplette Stunde aus.

Nach knapp einer Viertelstunde Weiterfahrt entdecken wir einen malerisch im Meer gelegenen Felsen, besetzt mit eine großen Zahl Scharben. Wir halten kurz an und laufen ein Stück Richtung Meer. Nachdem jeder, der wollte, genug Bilder geschossen hat, geht es nach nur 10 Minuten weiter.

Schon eine Viertelstunde später ertönt erneut der Ruf „Stopp!“ Maria hat knallrote Oryx-Webervögel gesehen. Sie brüten in einem Schilfgürtel entlang der Straße und sind alle sehr aufgeregt, nicht nur unseretwegen, sondern vor allem wegen der Weibchen. Wir verbringen hier gut und gerne 20 Minuten, bevor wir die Weiterfahrt fortsetzen. Für die „Ornis“ geht es heute Schlag auf Schlag, denn schon eine halbe Stunde später wollen wir eine Flamingokolonie besuchen. Aber die Bucht ist dieses Jahr sehr trocken und die Flamingos stehen unerreichbar weit weg. Das Problem ist, dass man über eine private Farm müsste, die aber verschlossen ist. So brechen wir das Unterfangen schnell ab und fahren weiter. Interessanter und ergiebiger ist eine kleine Herde Springböcke, für die wir kurze Zeit später einen Halt einlegen. Sie lassen sich von uns nicht weiter beirren und grasen friedlich vor sich hin. Nach einer Viertelstunde hat jeder gute Bilder im Kasten und es geht weiter in Richtung Saldhana.

Wir fahren rund eine Stunde ohne große Entdeckungen am Meer entlang. Doch dann legen wir wieder einen Stopp ein Diesmal sind es keine Tiere, die uns auffallen, sondern große Teppiche roter Blumen an der Küste. Wir schwärmen sofort aus, der Anblick ist schon sehr beeindruckend. Es sind in erster Linie Zweibelblumen, die jetzt blühen, aber auch ein paar Pelargonien.

Das Licht wird allmählich schwächer, es ist schon kurz vor 18.00 Uhr. Seit geraumer Zeit fallen uns riesige Schwärme von Kormoranen oder Verwandten auf, die nahe am Ufer übers Wasser ziehen, alle in langen Ketten Richtung Süden. Das Geheimnis lüftet sich schnell, als wir an einer großen Saline vorbeikommen. Die Dämme der Becken dieser Meersalzgewinnungsanlage sind schwarz von unzähligen Scharben, vermutlich ist es deren traditionelles Nachtlager. Die Sonne steht sehr tief und die Szenerie ist gespenstisch. Hier hätte Hitchcock ohne große Not seinen Film „Die Vögel“ drehen können. Es sind unglaubliche Massen und der Geruch ist nicht gerade angenehm.

Allmählich geht die Sonne unter, aber in den letzten Strahlen entdecken wir gegenüber an der Kreuzung bei Velddrif noch ein paar Flamingos in erreichbarer Nähe. Einige Unentwegte laufen los, um noch ein paar Impressionen im Restlicht zu erhaschen. Direkt im Hintergrund sind Häuser und eine Hauptstraße mit LKW, schon spannend, wie sich hier Natur und Kultur verzahnen, ohne sich groß ins Gehege zu kommen. Platz ist ja genügend vorhanden.

Mit einbrechender Dunkelheit erreichen wir das Protea-Hotel und werden mit einem kleinen Willkommens-Sherry empfangen. Das reichhaltige Abendbuffet startet um 19.30 Uhr und ist sehr schmackhaft. Das Hotel liegt direkt am Meer und viele haben einen schönen Blick auf die nächtliche Bucht, als sie gegen 21.30 Uhr zu Bett gehen.

 

12. Tag, Dienstag, der 28.8.18

Heute wollen wir endlich Blumen sehen, so, wie es die Prospekte weltweit verheißen. Aber es sieht nicht gut aus, der Himmel ist wolkenverhangen und alles ist grau in grau. Auf Sonne müssen wir wohl verzichten. Wir frühstücken gegen 7.30 Uhr und verladen dann die Koffer um kurz nach 8.00 Uhr.

Wir fahren sofort los und pünktlich mit der Abfahrt setzt Nieselregen ein. Nach kurzer Fahrt entdecken wir ein paar Springböcke, aber das Licht reicht für gute Fotos leider nicht aus. Punkt 9.00 Uhr erreichen wir den West Coast National Park. Die Formalitäten sind schnell erledigt und - kaum im Park - entdeckt Chris auch schon die ersten Eland-Antilopen. Sie sind im Morgendunst kaum zu sehen, da sind mal wieder Adleraugen gefragt. Wir legen trotzdem einen Stopp ein und erkunden zu Fuß die nähere Umgebung. Sofort fällt der unglaubliche Pflanzenreichtum auf, aber angesichts der Witterung verspüren die meisten Blüten keine Lust zum Öffnen. Die Rahmenbedingungen für gute Fotos sind ausgesprochen schlecht.

Bei der Weiterfahrt entdecken wir einen Korhaan am Wegesrand. Der Nieselregen hat gerade mal Pause und der imposante Vogel lässt sich auch willig fotografieren. Nur ein paar hundert Meter weiter grast ein Böckchen und Maria freut sich über eine Großtrappe, die sich zumindest kurz blicken lässt. Der Tierreichtum hier ist enorm, umso ärgerlicher die Lichtverhältnisse. So ist es auch schwer, einen Falken in einiger Entfernung zu fotografieren.

Weil wir nicht wirklich motiviert sind, steuern wir erst einmal das alte Farmhaus an, für die sanitären Einrichtungen, aber auch für eine Vogel-Beobachtungsstation. Wir legen ein Päuschen von 45 Minuten ein. In der Ferne grast ein Buntbock, aber keine Chance, näher an ihn heran zu kommen. Die einzige Ausbeute sind ein paar Frankoline direkt im Umfeld des Farmhauses. Bei der Weiterfahrt fängt es schon wieder an, zu nieseln, die Stimmung ist entsprechend gedrückt.

Wir fahren längere Zeit ohne Aufenthalt weiter, man sieht draußen kaum etwas. Nach knapp einer Stunde eine kurze Botanisierpause, Grund ist eine knallrote Pelargonie. Bei der Weiterfahrt ist es genau Mittag. Immerhin regnet es schon seit einiger Zeit nicht mehr. Ein paar Minuten später kommen wir in einen kleinen Verkehrsstau. Es stehen einige Autos am Rand, Grund sind ein Buntbock und eine Straußenfamilie mit vielen Jungen. Das Licht wird allmählich brauchbar und so kriegen wir viele schöne Bilder.

Jetzt müssen wir langsam Gas geben, denn wir wollen zum Postberg, ein spezielles Naturschutzgebiet im Naturschutzgebiet, das nur während der Blütezeit 6 Wochen lang für Besucher offen ist. Ansonsten ist es ein striktes Tierreservat. Wir hoffen alle sehr, dass es trocken bleibt und vielleicht noch etwas wärmer und heller wird, damit die Blüten wenigstens etwas Farbe zeigen. Auf dem Weg dorthin gibt es noch eine kleine Blumenfotopause, gegen 12.30 Uhr erreichen wir dann den Postberg. Das Landschaftsbild ändert sich recht abrupt. Statt ausgedehnter Fynbosgebüsche werden die Flächen jetzt offener und bunter. Ein kollektiver Freudenschrei: Direkt am Eingang Blumen. Sie öffnen zwar nur zögerlich ihre Blüten, aber geben immerhin eine Vorahnung, wie es bei Sonne sein könnte. Alle stürzen mit ihren Kameras aus dem Bus. Dünen im Hintergrund bieten eine ganz besondere Kulisse.

Vera besorgt die Eintrittskarten, dann geht es wieder in den Bus. Keine 10 Minuten später stehen wir vor den ersten Blumenhängen. Es ist vor lauter Blüten kein Krümel Erde zu sehen. Elfi hat das Versprechen abgegeben, dass sie sich in der ersten „richtigen“ Blumenwiese als Model für ein Fotoshooting zur Verfügung stellt, und zwar liegend in den Blumen. Wir nehmen sie beim Wort und so gibt es das „Gruppenbild mit liegender Elfi“. Der Stimmungspegel steigt erkennbar. Ein paar Blüten sind geöffnet, sie werden von Einheimischen „Rain-Daisies“ genannt, weil sie zum Aufblühen nicht unbedingt Sonne brauchen. So wird die Blumenwiese derzeit vor allem von Weiß und Gelb dominiert. Auch einige Senecio-Arten blühen bei allen Lichtbedingungen und zeigen Farbe, entweder gelb wie hier oder rosaviolett. Dazwischen stehen immer wieder Gebüschstreifen, die für Auflockerung sorgen, aber auch wichtige Schutzfunktionen für ein günstiges Kleinklima übernehmen.

Weil der Postberg ein wichtiges Tierreservat ist, wundert es nicht, dass wir schon bald auf verschiedenes Getier stoßen. So sind es mal Buntböcke, mal Strauße oder- für uns neu - Kapzebras, die uns vor die Linse kommen. Das Besondere dabei ist, dass sie mitten in den Blumenwiesen grasen. So langsam werden Träume wahr.

Die Botanisierpausen werden ergiebiger und die Landschaftskulissen immer phantasievoller. Gesteinsformationen, als ob sie von einem Künstler extra für uns drapiert worden wären. Das Wetter bessert sich zusehends und man blickt in glückliche Gesichter. Offensichtlich haben alle ihre Teller leer gegessen. Wir haben unseren topographischen Höhepunkt, den Gipfel des Postbergs mit Meerblick erreicht, ab hier beginnt langsam die Rückfahrt. In der Ferne erstrahlen einige Hänge in der Sonne, über uns liegt leider noch ein Wolkenschleier. Die Blicke gen Himmel werden häufiger, es keimt Zuversicht auf. Hat man den Vormittag im Auge, hätte man das nicht zu hoffen gewagt. Und dann ist sie da, die Sonne. Dramaturgisch hätte man es nicht besser inszisnieren können. Die Wiesen explodieren förmlich und liefern ein Farbspektakel, das unsere Vorstellungen bei Weitem übertrifft. Keiner ist mehr im Bus zu halten, Alle schreien hinter jeder Kurve nur noch „Stopp! Stopp! Stopp!“ Wir nehmen ab jetzt ein Vollbad in Blumen. Nicht nur Elfi strahlt vor Glück, ihr Traum geht gerade in Erfüllung, jeder hat sich diesem Augenblick herbeigesehnt. Keiner, der von der Farbenpracht nicht überwältigt ist und vom abrupten Farbwechsel der einzelnen Flächen, mal fast in rein weiß, dann gelbdominiert, andere Flächen sind eher in orange getaucht und wieder andere durchwirkt mit blau. Kunterbunt ist eher selten. Der gesamte Postberg ist sozusagen „frisch gestichen“. Das ist die ideale Kulisse für Erinnerungsfotos, natürlich darf auch ein Gruppenfoto nicht fehlen.

Die Zeit rast jetzt förmlich. Zwei Stunden vergehen wie im Flug. So stellt sich jeder Südafrika im Frühjahr vor. Dass es auch ganz anders sein kann, haben wir am Anfang unserer Reise intensiv erlebt, ein Land, das viele Gesichter hat, jedes davon mit seinem ganz eigenen Charme! Um 16.00 Uhr müssen wir uns losreißen und legen nur noch zwei kurze Stopps ein: Einmal für eine Herde Elands-Antilopen und einmal außerhalb des Parks für eine völlig andere Vegetation. Leider reicht die Zeit nicht mehr für eine genauere Erkundung, obwohl es sehr lohnend wäre.

Gegen 17.30 Uhr erreichen wir die Skyline von Kapstadt. Vom Bloubergstrand, etwas außerhalb von Kapstadt, hat man einen wunderbaren Blick auf den Tafelberg, der sich allerdings noch etwas verschämt in Wolken hüllt. Aber in der untergehenden Sonne sieht das recht geheimnisvoll aus. Nach einem schnellen Fotoshooting geht es schnell zum Hotel. Wir werden schon erwartet, alles ist vorbereitet und wir können sofort einchecken. Vera und Chris verlassen uns, Vera schläft zu Hause und Chris im Büro. Alle anderen treffen sich um 19.00 Uhr zum Abendessen, heute á la carte, und um 21.00 Uhr geht es auf die Zimmer. Nachts regnet es schon wieder heftig, wir haben offensichtlich sehr viel Glück gehabt, denn die Prognosen waren eigentlich für den ganzen Tag schlecht gewesen.

 

13.Tag, Mittwoch, der 29.8.18

Um 7.00 Uhr ist der Himmel wolkenlos blau, nach dieser Nacht kaum zu glauben, aber wahr. Und es ist beinahe windstill. Vera stößt beim Frühstück wieder zur Gruppe und verkündet, dass die Seilbahn die beiden letzten Tage wetterbedingt nicht in Betrieb war. Heute aber fährt sie. Sie hat die Tickets schon ausgedruckt dabei. Um 8.30 Uhr kommt Chris mit dem Bus vorgefahren und ohne Umschweife brechen wir auf. Carpe diem! Weil Chris alle Schleichwege kennt, umgehen wir den Berufsverkehr und steigen 20 Minuten später direkt vor der Seilbahn aus. Leider ist schon eine beträchtliche Schlange vor uns, den Trick mit der online-Buchung kennen mittlerweile viele. Aber die Wartezeit ist moderat und um 9.20 Uhr stehen wir in der Gondel für die Hochfahrt. Sie dreht sich auf der Strecke einmal um die eigene Achse und ermöglicht somit jedem einen schönen Panoramablick in alle Himmelsrichtungen. Schnell ist der Steilanstieg auf 1000 Höhemeter überbrückt und wir versammeln uns am Modell des Tafelberges für eine kurze Einführung seitens Vera. Wir vereinbaren, zwei Stunden zu bleiben, jeder kann seinen Interessen individuell nachgehen. Fast alle entscheiden sich für einen Rundweg, der bei unserem Tempo mit vielen Fotopausen ziemlich genau diese Zeit beansprucht.

Wir genießen die imposanten Ausblicke in sich ständig verändernde Landschaften, die weiter unten teils noch in Nebel gehüllt sind. Die Vegetation ist sehr speziell, große Sandsteinplatten, in deren Ritzen und Spalten Pflanzen gedeihen, die bizarrer nicht sein können. Hier oben sind wir in einer eigenen Welt. Es gibt auch Tiere. Vor allem die nahezu handzahmen Klippschliefer schmeißen sich selbstbewusst in Pose in der Hoffnung auf ein paar Kekse als Belohnung. Neben verschiedenen Vogelarten fallen vor allem bizarre Agamen auf, deren Kopf in der Paarungszeit mit einem blaugrünen Metallicschimmer überzogen ist. Die Sonne scheint ungetrübt und es wird richtig warm, Jacken sind schnell überflüssig. Besser hätten wir es nicht erwischen können!

Gegen 11.45 Uhr sind wieder alle an der Gondel und wir fahren gemeinsam abwärts. Unten steht schon der Bus abfahrbereit und Chris schlängelt sich gekonnt auf Schleichwegen am Hauptverkehr vorbei zum Eingang des Botanischen Gartens Kirstenbosch. Eine halbe Stunde später sind wir da.

Weil alle erst einmal eine Erfrischung wünschen, kehren wir im dortigen Restaurant ein und lassen uns mit allerlei Leckereien verwöhnen. Nach etwa einer Stunde brechen wir zum Rundgang durch den legendären Botanischen Garten auf, der Weltruf genießt. Wir veranschlagen vier Stunden und ziehen einzeln oder in kleinen Gruppen los. Der Wettergott ist nach wie vor gnädig gestimmt, es ist sonnig, warm und windstill, optimale äußere Voraussetzungen für Vogelbeobachtungen oder Blumenfotos.

Die Quartiere mit Eriken und Proteas sind für die Ornithologen ein wahres Eldorado. Zucker- und Honigvögel schwirren einem ständig um die Ohren, Motive in Hülle und Fülle. Naja, und die zugehörigen Pflanzen sind auch nicht zu verachten. Jeder kommt hier voll auf seine Kosten und wir trudeln fast gleichzeitig gegen 17.00 Uhr am Haupteingang ein. Noch ein kurzer Einkaufsbummel an den Souvenir- und Bücherregalen vorbei, ein letztes Foto von einer schlafenden Eule direkt am Eingang, dann geht es mit dem Bus schnurstracks Richtung Hotel.

Um 18.15 treffen wir dort ein und verabschieden uns für heute wieder von Vera und Chris. „Frisch gewaschen und gebügelt“ versammeln wir uns um 19.00 Uhr in der Lobby und gehen in die nahe Einkaufsstraße, um ein Restaurant zu suchen. Wir landen schließlich in einer Pizzeria mit einer recht umfangreichen Speisekarte. Das Essen ist lecker, aber es ist sehr laut und der Laden proppenvoll. Daher treten wir kurz vor 21.00 Uhr den Heimweg an und verkrümeln uns schnell auf den Zimmern.

 

14. Tag, Donnerstag, der 30.8.18

Der Himmel ist klar, es verspricht, ein schöner Tag zu werden. Weil wir viel vorhaben, treffen wir uns um 7.00 Uhr zum Frühstück und brechen um 7.45 Uhr auf. Heute ist unser letzter „voller“ Tag. Eine Umrundung der Kaphalbinsel steht auf dem Programm. Wir fahren am Meer entlang Richtung Westen und legen kleinere Stopps für Landschaftsfotos ein. Es schwebt noch Morgennebel in den Senken und Kapstadt beginnt, langsam zu erwachen. Eine sehr schöne Stimmung. Wir erreichen die Houtbay, zu Deutsch Holzbucht, die noch zu Zeiten der Entdeckung durch die Europäer dicht bewaldet war – war, wie gesagt. Heute steht dort kein Baum mehr aus der damaligen Zeit. Gier hat ein unfassbares Zerstörungspotential. Der einzige geschlossene Wald der Kaphalbinsel ist schon lange Geschichte. Heute kann man nur noch erahnen, was dabei an Arten alles auf der Strecke geblieben ist.

Es gibt schöne Landschaftsmotive. Der Tafelberg trägt noch ein Tischtuch aus rein weißen Wolken, das jetzt langsam hangabwärts gleitet. Manchmal rückt der Berg bedrohlich nahe ans Meer heran, dementsprechend steil sind die Abhänge und die Straße ist in waghalsigen Konstruktionen in die Felsen gemeißelt. Für Ängstliche furchteinflößend, für Romantiker einfach nur schön. Leider kann man nirgendwo halten, es ist gerade so viel Platz, dass zwei Autos aneinander vorbeipassen, mehr nicht. Für Fahrradfahrer die Hölle, denn hier verläuft eine beliebte Rennstrecke. Und strammer Wind erschwert ihnen zusätzlich das Fahren. Nur etwas für harte Typen.

Nach dieser abenteuerlichen Strecke versuchen wir so schnell wie möglich, einen Halt zum Botanisieren zu finden. Es bietet sich ein kleiner freier Platz an der Straße an, der aber leider recht vermüllt ist, obwohl (oder gerade weil) weit und breit kein Haussteht. Es ist nicht gerade uninteressant, aber Vera ruft uns schon nach 10 Minuten zum Bus zurück, es strolchen zwei Gestalten quer durch die Botanik. „Hier ist es gefährlich“, meint Chris. Also fahren wir weiter Richtung Nationalpark. Auf der linken Straßenseite entdecken wir nach einer halben Stunde Fahrt eine Fläche, die relativ frisch abgebrannt ausschaut. Solche Areale sind immer höchst interessant. Es gibt nicht wenige Pflanzen, die vor allem nach Bränden in Massen auftauchen und kurze Zeit später wieder verschwinden oder deutlich seltener werden. Alle steigen aus, um zu botanisieren. Es ist erst kurz nach 10.00 Uhr und viele Blüten beginnen sich gerade erst zu öffnen. Aber nachdem der Blick etwas geschärft ist, entdecken wir erstaunlich viel „Kleinkram“, vieles davon ist uns bisher völlig unbekannt. Klar, wir sind hier im Herzstück der Fynbosregion mit der höchsten Artenvielfalt, die man sich vorstellen kann. Leider ruft uns Vera keine 20 Minuten später zurück. Sie steht am Bus, dahinter parkt ein Fahrzeug der Nationalparkverwaltung. Die beiden Herren bestehen darauf, dass wir das Gelände sofort verlassen, es ist Nationalpark-Gelände. Aber woher soll man das wissen? Kein Schild, kein Zaun – schon komisch. Die Erklärungen der Parkranger sind nicht wirklich logisch. Sie argumentieren, die Tiere müssen sich ja frei bewegen können, aber so dicht an der Straße?? Naja, dann fahren wir halt weiter.

Es gibt noch einen Kurzbesuch bei einem Kunsthändler am der Straße, der Skulpturen aus schwarzem Stein anbietet, zum Teil wirklich tolle Objekte und manche auch beeindruckend groß. Aber alles zu schwer für den Koffer. Also geht es schnell weiter.

Kurz danach sind wir am Parkeingang. Wir steigen aus, und während Vera und Chris zum Eingangsgebäude weiterfahren, um Tickets zu lösen, gehen wir die paar hundert Meter am Weg entlang, um erste Fotos der Vegetation und einzelner Pflanzen zu schießen. Wir werden direkt von einer beachtlichen Artenvielfalt empfangen. Es sind vor allem diverse Eriken und Proteen, die das Bild beherrschen. Genau dafür ist diese Region ja bekannt. Um niemanden zu provozieren, bleiben wir streng auf den Wegen. Ein zweites Mal würden und die Ranger nicht ungestraft ziehen lassen.

Um 11.15 Uhr sind wir dann „offiziell“ im Park und ziehen los. Es gibt gleich am Anfang einen kleinen Wanderweg, der sich an einem Abhang entlang schlängelt. Den gehen wir ein Stück, denn er liefert einen schönen Blick in die Landschaft. Auch entdecken wir viele „komische“ Pflanzen im Wirrwarr der vernetzten Vegetation, die gerade mal kniehoch ist.

Da die Erfahrung zeigt, dass es am Leuchtturm schnell übervoll werden kann. Da schon viele Busse dorthin unterwegs sind und ein paar Wolken aufziehen, beschließen wir, ohne weiteren Stopp bis ans Ende durchzufahren. Zuerst gibt es mal wieder ein Gruppenfoto als Erinnerung, dann steigen wir hoch zum Leuchtturm. Es geht recht steil bergauf. Aber von hier aus hat man einen phantastischen Blick auf das berühmte Kap der Guten Hoffnung und die angrenzende kleine Bucht. Weit draußen im Meer schwimmt ein Wal, der gelegentlich kurz auftaucht. Näher an uns sind allerdings diverse Vögel und eine besondere Eidechse, die fast nur hier vorkommt, der schwarze Kapgürtelschweif.

Um 13.15 treffen wir uns alle wieder am Bus und brechen kurz danach zu unserer 1 ½-stündigen Wanderung auf den Weg über den Bergkamm auf. Einige haben in der Ferne ein paar Elands-Antilopen entdeckt, die am Hang friedlich grasen. Aber wir studieren erst einmal die Vegetation rechts und links des Weges. Vieles entdeckt man erst bei genauerem Hinsehen. Der Weg geht mal über Felsen, dann wieder über weite Strecken über Holzstege. Hier und da sehen wir einen schwarzen Gürtelschweif und dann stehen wir unvermutet hautnah vor den grasenden Elands-Antilopen. Sie lassen sich von uns nicht stören und zwei Jungbullen versuchen sich sogar in kleineren Rangeleien, direkt vor unserer Nase. Langsam trollen sie sich wieder den Hang hinauf und auch wir gehen weiter.

Botanisierend und mit immer wieder tollen Ausblicken in die Landschaft geht es bis zum steilen Anstieg zum höchsten Punkt der Wanderung. Dort tummeln sich gleich mehrere Gürtelschweife und Fels-Agamen, die so gut wie keine Fluchtdistanz aufweisen. Sie sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und führen zum Teil recht lebhafte Reviertänze auf. Schon wieder tolle Fotomotive und eine willkommene Ruhepause für lädierte Knie oder Rücken.

Nach dem recht anstrengenden Abstieg, bei dem einiges an Trittsicherheit erforderlich ist, versammeln wir uns alle hinter dem Schild „Kap der guten Hoffnung“ für ein Gruppenfoto. Bei der Weiterfahrt halten wir noch einmal kurz für einen Trupp Ibisse und warten, dass die Strauße wieder von der Straße sind, dann geht es mit nur noch einem kleinen „Protea-Stopp“ und einer Toilettenpause aus dem Park in Richtung Boulders.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde treffen wir dort ein, die Pinguine warten schon auf uns. Derzeit leben in dieser Kolonie weit über 2000 Vögel. Es ist die einzige Kolonie am Festland in ganz Südafrika. Alle anderen sind draußen auf Inseln angesiedelt. Nach einer dreiviertel Stunde haben wir uns satt gesehen und kehren gegen 16.30 Uhr gemächlich zum Bus zurück.

Ohne weitere Pause geht es noch vor dem Berufsverkehr wieder nach Kapstadt und dort direkt zur Waterfront. Dort haben wir eine Stunde Zeit, unter anderem für den Einkauf von Souvenirs. Andere lauschen den Straßenmusikern und wieder andere bummeln einfach durch die lebhaften Geschäftspassagen. Um 19.00 Uhr dann treffen wir uns zu unserem letzten gemeinsamen Abendessen, Vera und Chris sind eingeladen. Es gibt ein leckeres Menu, Vera und Chris werden sogar zu unser aller Überraschung vom Restaurant frei gehalten. Nach dem Essen gibt es noch eine kleine Dankesfeier für das Orga-Team, bevor wir zum Bus gehen und zügig ins Hotel fahren. Dort kommen wir um 22.00 Uhr an und verschwinden nach einem langen Tag sofort auf unseren Zimmern.

 

15. Tag, Freitag, der 31.8.18

Unser letzter Tag bricht an - mit Regen. Das macht den Abschied etwas leichter und zeigt, dass wir die vergangenen Tage richtig Glück gehabt haben. Erst mal ist Kofferpacken angesagt und wir frühstücken daher erst um 8.00 Uhr. Das bereitgestellte Gepäck wird vor den Zimmern abgeholt und um 9.00 Uhr sitzen wir im Bus. Elfi fehlt, sie ist schon zu nachtschlafender Zeit aufgebrochen, sie will noch länger im Land bleiben.

Weil es regnet, ziehen wir einen Besuch im Museum vor. Dort ist es schön trocken. Es handelt sich um ein völkerkundlich- und naturwissenschaftliches Museum. Zwar ist ein Teil wegen Renovierung geschlossen. Aber die Sammlung von Felszeichnungen der San und andere Exponate der afrikanischen Geschichte sowie umfangreiche biologische Ausstellungsstücke, darunter interessante Saurierfunde aus dem Landesinneren, reichen völlig aus, um den vorgegebenen Zeitraum von einer Stunde sinnvoll zu nutzen.

Als wir das Museum verlassen hat der Regen aufgehört. Wieder mal alles richtig gemacht! Direkt daran angrenzend befindet sich Company’s Garden. Es ist schon fast sonnig und wir spazieren durch den ehemaligen Gemüsegarten aus der Gründerzeit, der dafür vorgesehen war, die damalige Bevölkerung und vorbeikommende Seefahrer mit Frischem zu versorgen. Ein kleines Restaurant dort weckt den Wunsch nach einer Tasse Kaffee und wir kehren ein.

Direkt neben Company’s Garden liegt die St. George’s Kathedrale, in der Desmond Tutu gewirkt hat, mit der berühmten Schwarzen Madonna. Nach deren Besuch schließt sich ein kleiner Bummel durch die Innenstadt an, wir kommen an einen Marktplatz, an dem unzählige Souvenirshops aufgebaut sind. Wer will, kann noch ein paar Mitbringsel kaufen, es darf gehandelt werden, wovon einige reichlich Gebrauch machen.

Weil Chris Probleme hat, mit dem Hänger durch die engen Gassen von Bo Kaap zu kurven, verzichten wir auf einen Besuch zugunsten einer Fahrt zum Signal Hill. Dort kommen wir um 13.30 Uhr an und machen nach einem letzten Gruppenfoto, so gut es geht, ein paar Landschafts- und Stadtaufnahmen rund um Kapstadt. Es ist Aprilwetter und im schnellen Wechsel ist der Tafelberg mal sichtbar, dann wieder voll im Dunst verschwunden, ebenso Kapstadt. Mit etwas Glück gelingen sehr geheimnisvolle Aufnahmen.

Bevor wir zum Flughafen aufbrechen, schlendern wir noch zu Fuß auf den Weg bergabwärts, um zu botanisieren. Es ist schon verblüffend, wie viel Neues wir entdecken. Darunter auch eine Watsonia, die eigentlich viel später blühen müsste, aber wir haben einen Pionier erwischt, sozusagen als Abschiedsgeschenk. Denn unmittelbar danach zieht Chris den Bus nach, wir steigen ein und legen die halbe Stunde ohne weiteren Stopp zum Flughafen zurück. Dort treffen wir um 14.30 Uhr ein. Es gibt einen kurzen und herzlichen Abschied von Vera und Chris, dann machen wir uns gleich auf den Weg zum Schalter.

Leider gibt es schon wieder Probleme mit dem Sitzplatz von Klaas. Sein reservierter und bezahlter Platz ist „overbooked“, wir müssen also etwas energisch werden. Dann klappt es aber doch. So checken wir pünktlich ein und verlassen pünktlich um 17.45 Uhr den Flughafen in Kapstadt Richtung Heimat. Es regnet schon wieder in Strömen. Draußen ist es daher recht dunkel und wir fliegen bald in die untergehende Sonne. Nach dem Abendessen geht das Licht aus. Wir versuchen irgendwie, die 11 Stunden in der Luft hinter uns zu kriegen. Schlafen ist kaum möglich. Immerhin ist der Flug sehr ruhig, die wenigen Turbulenzen sind nicht der Rede wert. Auch die Überquerung des Äquators geht ohne rucken vonstatten.

 

16. Tag, Samstag, der 1.9.18

Ohne, dass wir es merken, bricht ein neuer Tag an. Irgendwann geht das Licht wieder an, draußen ist es noch stockdunkel. Es gibt Frühstück und erfreulicher Weise ist der Flieger 15 Minuten früher dran, als geplant. Jede Minute, die wir nicht in den engen Sitzen verbringen müssen, ist ein Geschenk. Gegen 6.00 Uhr setzen wir weich auf der Landebahn in Frankfurt auf. Alle sind mehr oder minder steif vom langen Sitzen. Daher springen alle schnell auf und eilen zur Gepäckausgabe. Die Koffer kommen vergleichsweise zügig vom Band. Kontrollen finden so gut wie nicht statt und schnell zerfällt die Gruppe in allen Himmelsrichtungen, nachdem sich alle herzlich voneinander verabschiedet haben.

Eine Reise ohne besondere Vorkommnisse aber voller Highlights geht zu Ende, und selbst der intensive Regen auf der Knersvlakte wird im Nachhinein als eine interessante Erfahrung gewertet – klar, wir haben sie ja dann auch noch bei Sonne gesehen.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 03. Mai 2019 um 17:02 Uhr
 
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